Realfiktion als Forschungsformat
Zur Gestaltung von Risiken in experimenteller Ethnografie
DOI:
https://doi.org/10.60789/921225Schlagworte:
Experiment, Ethnografie, Risiko, Realfiktion, KlimawandelAbstract
Experiment und Wissensproduktion sind eng, wenn auch uneindeutig mit Vorstellungen von Risiko verknüpft: Große Offenheit im Experiment kann als (zu) riskant, Kontrolle als (wenig innovative) Risikominimierung gelten. Das Forschungsformat der „Realfiktion“, das performativ Gesellschaft gestaltet, indem es unwahrscheinliche Versammlungen (Peters 2016) herbeiführt, macht diese Verbindungen von Experiment und Risiko für ethnografische Forschung auf interessante Weise bearbeitbar. Im Zentrum dieses Beitrags steht das Forschungsprojekt „Realfiktion Klimarechnungshof: Ein Preenactment von Klimawandelwissen“ (PECCK, 2022–2024), in dem wir diesen vorausgreifenden Ansatz erprobt haben. Aus einer wissensanthropologischen und praxeologischen Perspektive untersuchen wir die Rolle des Risikos und zeigen, welche Risiken die Realfiktion als experimenteller Ansatz erzeugt hat und wie sie durch kollaborative ethnografische Praktiken handhabbar wurden. Dazu greifen wir auf Momente und Materialien – von der Antragstellung bis zu Feldnotizen – zurück und analysieren, wie die alltägliche Artikulationsarbeit (Strauss u. a. 1985) Risiken gestaltend begegnete. Außerdem verdeutlichen wir, wie vor allem die multimodale Dimension des Projekts eine durch das Versammeln und Zusammenarbeiten gewachsene „community of practice“ (Lave/Wenger 1991) affektiv mit hervorbrachte, die Verbindlichkeit steigerte und Risiken kollektiv gestaltbar machte.
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