Gleichstellung in Berufungskommissionen als sensibles Feld
Ein Kommentar zum Beitrag von Victoria Hegner
DOI:
https://doi.org/10.60789/921232Schlagworte:
Sensible Felder, kollaterale Öffentlichkeiten, Positionierung, Gleichstellungspolitik, HochschulethnographieAbstract
Der Beitrag beleuchtet Bezug nehmend auf das Forschungsprojekt von Victoria Hegner drei miteinander interagierende Aspekte, die wesentlich zu methodischen Herausforderungen ethnographischer Forschungen im Feld von Gleichstellungspolitiken in universitären Berufungskommissionen beitragen. Erstens konstituiert die Kombination der Themenfelder Hochschule, Gleichstellungspolitik und Berufungskommissionen ein sensibles, hermetisches Feld, in dem sich institutionelle Normen, geschlechternormative Diskurse und Machtverhältnisse überlagern und sich Gleichstellung als marginalisierte Praxis erweist, die mit dem Selbstbild der Hochschule als ‚rationaler‘ Organisation konfliktuell verschränkt ist. Institutionelle Widerstände gegen die Forschung sind zweitens zurückzuführen auf die imaginierte Rezeption der Forschungsergebnisse durch implizit anwesende Öffentlichkeiten – collateral publics – und deren Kritik im Zusammenhang mit der befürchteten Aufdeckung von Missständen. Drittens erweisen sich Prozesse der Selbst- und Fremdpositionierung der Forscherin in Interaktionen mit unterschiedlichen Interessensgruppen als relevant, die sich entlang der Dimensionen Situiertheit im Feld, Wertedistanz, Handeln im Feld, Machtverhältnisse und zeitlichem Verlauf der Forschung analysieren lassen. Es wird gezeigt, dass gerade die für ethnographische Forschungen charakteristische Involviertheit der Forscherin im Feld nicht nur Herausforderungen, sondern auch wertvolle Erkenntnisse im Hinblick auf die Verdeckungszusammenhänge des sensiblen Feldes „Gleichstellung in Berufungskommissionen“ bietet.
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